Rasende Musik-Reportagen

Willkommen bei Antoschnella's Blog, wo Live-Musik zu einer spirituell-künstlerischen und philosophischen Erfahrung wird.

Turnstile am 18.11.25 im Zenith

Das Glitzern der Diskokugel.Hellblauer Rauch.Sänger Brendan Yates kommt im Dunkeln auf die Bühne und dann der Rest der Band. Leise, bodenständig, nett. Kein "Star-Getue".Hinter ihnen erstrahlt der leuchtende Regenbogen -Streifen - Banner.Und die beginnen das Set mit dem süchtig machenden, lebensbejahenden, Beach-Vibe Song "Never Enough". Dieser erinnert mich an die euphorische Titelmelodie einer californischen Serie. Jetzt geht's los! Steht auf! Liebe, Licht, Abenteuer!Direkt Moshpit von Minute eins an. Turnstile ist positiv, hoffnungsvoll, getaucht in blaues Licht, mal Disko, mal Hardcore, mal Highschool - Pop.Mr Yates wirkt wie ein gelockter, spiritueller Hippie oder Surfer-Jüngling! Wie er singt hat etwas sehr Zentriertes, Predigendes. Er verkörpert "Das Gute".Bassist Franz Lyons ist eine Naturgewalt wie er über die Bühne wirbelt und die Mege anheizt. Er bringt eine ordentliche Portion Hip-Hop, Hardcore Vibes und Spaß. Auch die neue Gitarristin Meg Mills macht Laune mit ihrer mal silber, rosa oder türkis glitzernden Gitarre. Daniel Fang drischt oberköperfrei-muskelbepackt unerbittlich auf sein Schlagzeug ein und lässt so auch bei poppigeren Songs den Hardcore noch durchscheinen.

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Kublai Khan TX "Exhibition Of Prowess": Album Review

Die texanische Hardcore-Beatdown-Metalcore-Band Kublai Khan TX hat letzten September ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht. Ja, ich bin etwas spät dran! Trotzdem will ich die besondere Qualität dieses nur 23 Minuten kurzen Albums hier einmal aufzeigen. „Exhibition Of Prowess“, also „Skills zeigen“ oder „Können vorführen“ heißt das Album. Das dramatische, zersplitterte Cover sowie der Titel kommen überselbstbewusst, fast schon arrogant daher. Doch in der Macho-Prollo-Hardcore-Ästhetik ist das nichts Besonderes.

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Todes-Romantik-Songs: Poetisch oder toxisch-manipulativ?

Aufrufe zum gemeinsamen Selbstmord – „Mädchen, ich will mit dir sterben. […] Wir werden in Flammen ertrinken“ (Type O Negative) Androhen von Selbstmord wegen Liebe – „Du bringst mich dazu, sterben zu wollen. Ich werde nie gut genug sein“ (The Pretty Reckless) der Wunsch vom Liebsten ermordet zu werden – „Kreuzige mich in deinem Bett! Wirst du mich lieben, wenn ich tod bin?“ (Almira Elfeky), über klassische romantisierte Todessehnsucht – „Es ist nicht unsere Schuld, dass der Tod in uns verliebt ist. […] Wir atmen nur, um dahin zu schwinden und rennen nur, um gefangen zu werden“ (HIM) bis hin zu Mordgelüsten aus Liebe – „Ich lebe für dich, aber ich lebe nicht. Nimm meine Hand bevor ich töte!“ (Alice in Chains) …das Feld der Todes-Romantik-Love-Songs ist ein Fass ohne Boden.

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Hardcore im Backstage am 05.08.25

Es regnet, nein es schüttet in München. Ich bin müde, weil ich um 6 Uhr aufgestanden war. Das Backstage-Werk füllt sich. Doch die Menge wirkt noch etwas ruhig, es wird Bier geholt, alles ist im gemütlichen Modus. Schließlich kommen „Life Comes Closer“ (Munich Hardcore) auf die Bühne. Nette Münchner! Sängerin Dora ist voller Energie. Sportlich am springen, 2-Steppen heizt sie die Menge ordentlich an. Der eine Gitarrist trägt ein Shirt mit „Hardcore Never Dies!“ Ich werde langsam warm. Nach einer kurzen Luftpause sind „Bale“ schon mitten in ihrem Set. Und das bricht durch den Raum, wie ein Panzer. Die singenden Personen wechseln sich ab. Ein Growl ekliger als der Andere. Ich bin jedoch immer noch nicht im Moshpit. Vielleicht ist heute nicht der Abend für Aggression und Bewegung?

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Knocked Loose in der Tonhalle 29.03.25

Gelber Nebel, eine einsame Holzhütte. Zentral über den erhöhten Drums ein grelles Neon-Kreuz. Wabernde Anspannung liegt in der Luft. Man hört nur metallische, glockenähnliche Geräusche und das aufgeregte Stimmengewirr der Menschen. Es hat etwas von einem Gottesdienst, von einem Ritual. Die Energie ist trotz drei Hardcore-Vorbands am Siedepunkt. Auch wenn die Körper schon am Limit sind. „Danach geh ich direkt ins Bett!“, lacht ein etwa 30-Jähriger neben mir. „Alles tut mir weh. Vielleicht kann ich den Schmerz aus der Hüfte rausmoshen!“, lacht ein anderer. Seit mindestens 2 Stunden stehen und tanzen die inzwischen völlig verschwitzten Fans.

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Über Antoschnella's Blog

Antoschnella's Blog ist mein Projekt, um einen konstruktiven Outlet für meine Band-Obsessionen zu haben. Ich hoffe ich kann dich inspirieren und bereichern!